Ehrenmorde Geschichte

Stefan Raaff
geboren: 1967
erschossen: 10. Dezember 2012
Wohnort: Frechen (bei Köln) / Kerpen
Herkunft: Opfer: Deutschland; Täter: Iran
Kinder: 1
Täter: Nasser A. (zur Tat 46 J.)
Nasser (auch: Narza) kommt aus dem Iran, betreibt in Köln den Kiosk „Em Veedel“ und ist verheiratet. Das Paar wohnt in Kerpen und hat einen Sohn. Sie trennen sich 2010. Ende 2012 lassen sie sich scheiden. Um das Sorgerecht wird gestritten.

Nasser glaubt, seine Exfrau hätte ein Verhältnis mit dem Profiboxer Stefan Raaff. Die beiden Männer kennen sich aus dem Kampfsportstudio. Möglicherweise versorgt Nasser seinen Trainer mit illegalen Substanzen, Drogen, Opium, Schmerzmittel, Amphetamine o.ä.

Allerdings ist der Profiboxer mit einer anderen Frau (einer Schwedin) zusammen, mit der er in Frechen eine gemeinsame Wohnung hat. An anderer Stelle heißt es, Stefan lebt in Dormagen und besucht am Abend der Tat seine Freundin. Der Boxer hat wohl auch eine Tochter, die vermutlich bei ihrer Mutter lebt (unklar).

Am 10. Dezember 2012 lauert Nasser ihm auf. Stefan unterrichtet an dem Abend in einem Kampfsportcenter und fährt dann mit dem Wagen nach Hause. Er steigt aus. Nasser erschießt ihn auf offener Straße. Der Notarzt kann ihn nicht mehr retten. Trotz der Großfahndung wird der Täter nicht gefasst. Da Stefan auch als Türsteher arbeitet, wird zunächst von einer Rockerfehde ausgegangen. Erst 9 Tage später wird Nasser in seinem Kölner Kiosk festgenommen.

Im August 2013 beginnt der Prozess. Nasser schweigt. Eine Polizistin berichtet, dass Stefan sich offensichtlich bedroht fühlte. Ein Zeuge soll Nasser ein Alibi verschaffen, macht sich vor Gericht jedoch unglaubwürdig. Ein Gutachter bescheinigt dem Täter Ichbezogenheit, Besitzdenken, Kontrollwahn und ein ständiges Kreisen um Ehre und Kultur. Aus unbekanntem Grund verweigert die Exfrau des Täters (die als Betreuerin an einer Grundschule arbeitet) die Aussage.

Im November wird der Täter vom Kölner Landgericht zu lebenslanger Haft verurteilt. Die Verteidiger legen Revision ein.

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